Was mache ich, wenn mein Baby weint?

Stillberatung in Mainz

Was mache ich, wenn mein Baby weint?

Es gibt Momente, in denen ein Baby bitterlich weint – und scheinbar nichts hilft. Hunger ist gestillt, die Windel ist sauber, die Temperatur stimmt, Nähe wird angeboten. Und trotzdem bleibt das Weinen. Für viele Mütter ist genau das besonders herausfordernd und emotional belastend.

In solchen Situationen ist eines besonders wichtig: Ruhe bewahren und bei deinem Baby bleiben.

Dein Baby reguliert sich über dich

Babys sind noch nicht in der Lage, ihre Gefühle selbst zu regulieren. Sie sind darauf angewiesen, dass wir Erwachsenen ihnen dabei helfen. Deine Nähe, deine Stimme, dein ruhiger Atem – all das wirkt regulierend auf dein Baby.

„Mama“ bedeutet für dein Kind Sicherheit, Vertrautheit und Geborgenheit. Dort, wo es sich sicher fühlt, darf es loslassen. Und manchmal heißt das auch, den aufgestauten Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ja – auch kleine Babys haben Tage, an denen einfach alles zu viel ist.

Zuhören statt „reparieren“

Du musst das Weinen deines Babys nicht sofort beenden. Viel wichtiger ist es, da zu sein, zuzuhören und deinem Kind zu zeigen:
Ich sehe dich. Ich bin bei dir. Du bist nicht allein.

Setze dich bequem hin, nimm dein Baby zu dir und atme bewusst tief in deinen Bauch. Spüre den Boden unter deinen Füßen. Achte auf dich selbst:

  • Bin ich angespannt?

  • Fühle ich mich überfordert oder hilflos?

  • Was würde mir gerade helfen, ruhiger zu werden?

Denn je ruhiger du wirst, desto leichter kann auch dein Baby zur Ruhe finden. Manchmal braucht es dafür einfach Zeit – und diese Zeit darfst du euch beiden geben.

Dein Baby spürt dich

Dein Baby kennt dich besser, als du vielleicht denkst. Es hat viele Monate in deinem Körper verbracht, hat deinen Herzschlag gehört, deine Stimmungen gespürt. Wenn du unsicher, angespannt oder ängstlich bist, überträgt sich das oft unbewusst auf dein Kind.

Du bist der sichere Hafen deines Babys. Und wenn dieser Hafen gerade etwas wackelt, fühlt sich das für dein Baby sehr bedrohlich an. Das Weinen ist dann kein „Fehlverhalten“, sondern ein Ausdruck von Überforderung.

Fazit: Du darfst auch auf dich achten

Untröstliches Weinen ist herausfordernd – und ja, manchmal auch kräftezehrend. Versuche, liebevoll mit dir selbst zu sein. Atme, hole dir Unterstützung, lege dein Baby kurz sicher ab, wenn du merkst, dass es dir zu viel wird.

Ruhe bewahren, dich selbst regulieren und bei deinem Baby bleiben – das ist oft das Wertvollste, was du in diesen Momenten tun kannst.

Du musst das nicht perfekt machen. Dein Baby braucht keine perfekte Mama – es braucht dich